Tagung „Geschlechterverhältnisse und Ernährungssysteme im Wandel" am 15. und 16. Januar

10.02.2021

Am 15. und 16.01. hat die Tagung im Online-Format stattgefunden.

Die eigentlich im vergangenen Jahr an der Hochschule Fulda geplante Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Jana Rückert-John und Carla Wember in Kooperation mit dem wissenschaftlichen Zentrum für Ernährung, Lebensmittel und nachhaltige Versorgungssysteme (ELVe) als digitale Tagung organisiert. Gefördert wurde die Tagung vom Gender- und Frauenforschungszentrum der Hessischen Hochschulen, gFFZ.

Die Frage von Persistenz und Wandlungsfähigkeit von Geschlechterverhältnissen ist zentraler Gegenstand der Geschlechterforschung und rückt seit einigen Jahren wieder stärker in den Fokus gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Parallel verändern und diversifizieren sich sowohl Produktion als auch Konsumption von Lebensmitteln. Ernährung ist dabei nicht bloß eine physische Notwendigkeit, sondern gleichsam mit sozialen Praktiken verbunden, die in ihrer Art und Ausgestaltung eine starke Identifikations- und Distinktionsfunktion besitzen. Diese Praktiken sind auf verschiedene Weise mit Geschlechterverhältnissen verschränkt. Ziel der Tagung war es, Einblicke in aktuelle Erkenntnisse und Forschungsansätze zu den Wechselwirkungen und Wandlungsprozessen von Geschlecht und Ernährung zu erlangen. Hierbei wurde genauer betrachtet, welche Kontinuitäten und Wandlungsprozesse sich mit Blick auf Geschlechterverhältnisse zeigen, wenn sich Produktions- und Konsumptionsformen von Lebensmitteln verschieben und transformative Praktiken entstehen.

Insgesamt nahmen etwa 80 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus Forschung und Praxis an der Veranstaltung teil. In drei unterschiedlichen Themenblöcken wur-den Vorträge von insgesamt neun Referent*innen zu Ernährungswissen, Beratung und Gesundheit, Haushaltspraktiken, Produktions- und Versorgungsstrukturen sowie alternativen Ernährungsnetzwerken gehalten und diskutiert. Die Vorträge zeigten, dass sich der Wandel von Geschlechterverhältnissen in Ernährungs-, Care- und Versorgungsstrukturen durch langsame und teils ambivalente Prozesse beschreiben lässt. Transformative Praktiken der Ernährung bieten hier Anlässe zur Destabilisierung aber auch Retraditionalisierung von Geschlechterverhältnissen und müssen dabei immer im größeren gesellschaftlichen Kontext betrachtet werden.

„Tolle Inspiration, gute Literaturvorschläge und einen neuen Blick auf die Diversitäts- und Genderfragen im Zusammenhang mit Ernährung und Ernährungssystemen“ und „tolle Einblicke in das doch breit aufgestellte Forschungsfeld. Für mich persönlich Motivation und Bestärkung des eigenen Forschungsvorhabens […] und der Notwendigkeit des Weiterfor-schens in diesem Feld“, so die Rückmeldung einiger Teilnehmenden der Tagung.

 

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