Umdenken in Sachen „Pille“ – was bewegt junge Frauen?

17.08.2020

Foto: Pixabay/ Gabriele Sandra

Studierende erforschen Erfahrungsberichte zur Antibabypille in sozialen Netzwerken

Die Antibabypille ist nach wie vor eines der zuverlässigsten und am meisten genutzten Verhütungsmittel in Deutschland. Doch offenbar setzen immer weniger Frauen auf diese Methode, zusätzlich häufen sich die kritischen Erfahrungsberichte zur „Pille“ in den sozialen Netzwerken. Siebzehn Studierende des Studienganges Gesundheitsförderung haben sich deshalb in einem Studienprojekt damit befasst, welche persönlichen Informationen zur Antibabypille junge Frauen auf den Social Media-Plattformen YouTube und Instagram teilen und was sie dazu bewegt.

Über Videoanalysen und Interviews mit Influencerinnen fanden die Studierenden dabei heraus, dass die Frauen vor allem Erfahrungen teilen, von denen sie denken, dass sie ihnen rückblickend selbst geholfen hätten. „Viele Frauen haben berichtet, dass sie sich von Seiten ihrer Gynäkolog*innen mehr Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen und Risiken gewünscht hätten und deshalb selbstständig im Internet nach Informationen gesucht haben“, erklärt Nina Welsch, die das Projekt als Lehrkraft begleitet hat.

„Das ist einerseits positiv zu bewerten, weil sich so eine Art „Selbsthilfebewegung“ zum Thema Verhütung im Internet entwickelt hat und Frauen dem Aspekt reproduktive Gesundheit zunehmend eigenverantwortlich und aktiv begegnen. Anderseits bringt es auch Probleme mit sich, weil diese Informationen natürlich nicht von fachlicher Seite kontrolliert und somit unter Umständen auch Fehlinformationen weitergegeben werden. Außerdem ist Verhütung ein sehr individuelles Thema und es gibt nicht die eine passende Verhütungsmethode für alle.“

Das Studienprojekt zeigt auch, dass die Verantwortung für die Verhütung immer noch in erster Linie den Frauen zugeschrieben wird. Die Projektgruppe ist sich einig: Das Thema gewinnt zunehmend an Relevanz und es besteht noch großer Forschungsbedarf. Wichtig wäre, auch einmal die Sicht der Gynäkolog*innen und die Aufklärung im Schulunterricht zu beleuchten. Dahingehende Erkenntnisse können helfen, Frauen noch stärker zu befähigen, selbstbestimmte Entscheidungen für ihre eigene Gesundheit zu treffen und die passende Verhütungsmethode für sich zu finden – und auch einmal getroffene Entscheidungen gegebenenfalls kritisch zu hinterfragen.

In der aktuellen Podcast-Reihe des Fachbereiches erklären die Studierenden genauer, wie sie in ihrem Projekt methodisch vorgegangen und zu welchen Ergebnissen sie gekommen sind.

zur Podcast- Folge

Interesse am Studiengang Gesundheitsförderung B.Sc.?

Weitere Informationen finden Sie hier

Kontaktdaten

Nina Welsch

Gebäude 34 , Raum 004
Nina Welsch+49 661 9640-6485
Sprechzeiten
Nach Vereinbarung per E-Mail
zurück