"Unser Campus soll blühen!"

01.09.2021

Studierende bauen Hochbeet auf dem Campus

Inspiriert durch Campusgärten anderer Hochschulen, haben sich Vertreter*innen des AStA der Hochschule Fulda sowie des Nachhaltigkeitsteams Fulda im Sommersemester 2021 zusammengeschlossen. Deklariertes Ziel: Auch an der Hochschule Fulda soll ein Garten auf dem Campusgelände entstehen.

Anregungen dafür kamen auch durch die Auftaktveranstaltung zum Klimaschutzkonzept der Hochschule. Denn für eine bessere Klimaanpassung und zum Schutz der Biodiversität äußerten einige Studierende und Beschäftigte den Wunsch nach mehr Campusbegrünung.

Die Studierenden konnten rasch eine Verbindung zum gerade gestarteten Projekt "Essbare Stadt Fulda" knüpfen. Denn dieses wird durch das Umweltzentrum Fulda koordiniert, durch das Stadtmarketing gefördert und durch Studierende, die am Umweltzentrum arbeiten, betreut. Im Zuge des Projekts werden an verschiedenen Stellen in Fulda Hochbeete aufgestellt und bepflanzt.

Mit Unterstützung der Klimaschutzbeauftragten der Hochschule, Clarissa Plendl, sowie der Leiterin des Gebäudemanagements, Edith Wiegand, wurde im August 2021 ein erstes Hochbeet als Pilotprojekt für einen Campusgarten in der alten Campusmitte der Hochschule von den Studierenden aufgebaut. Es steht nun vor Gebäude 46 und wird von den Studierenden gepflegt.

Beim Aufbau stand die nachhaltige und dennoch kostengünstige Beschaffung von Materialien und Gestaltung im Vordergrund. Der Großteil der Materialien wurde mit dem Lastenrad des Umweltzentrums zum Campus gefahren oder anderweitig mit dem Fahrrad transportiert. Das Beet wurde aus Europaletten gebaut, die dank einer großzügigen Spende der Palettenfirma Aloysius Krenzer GmbH und Co. KG aus der Rhön kostenlos zur Verfügung gestellt werden konnten.

Ende August bepflanzten die Studierenden das Beet dann mit saisonalem Gemüse und Kräutern. Die Studierenden wünschen sich, dass vor allem mit Beginn des (hoffentlich wieder in Präsenz stattfindenden) Wintersemesters noch mehr Studierende und Beschäftigte der Hochschule auf das Projekt aufmerksam werden und gemeinsam mit daran arbeiten wollen, das bisher noch einsame Hochbeet zu einem Gemeinschaftsgarten auf dem Campus auszubauen.

Wer Interesse an der Mitarbeit hat, kann sich gerne an die Beauftragte für Klimaschutz wenden.

 

Nachhaltiger Hochbeete-Bau - Vorgehen der Studierenden:

Um auf die meist genutzte Teich- oder Noppenfolie aus Plastik oder mit oft giftigen Chemikalien versetzte Holzlasuren im Beet verzichten zu können, wurden die Paletten von der Innenseite mit Feuer angekohlt - dadurch entstand eine natürliche Schutzschicht, die das Holz vor Schimmel, Feuchtigkeit und Fäulnis schützt. Das Beet wurde dann von innen mit Nagerdraht ausgekleidet, um es einerseits vor ungewünschtem Besuch durch Wühlmäuse zu schützen, andererseits die Lücken zwischen den Paletten-Brettern damit grob zu schließen.

Als letzte Barriereschicht zwischen dem Holz und der Füllung des Beetes wurden Rasensoden, also ausgestochene, ziegelähnliche Stücke Rasen, Erde und Wurzeln, die direkt von Gartenarbeiten aus dem Umweltzentrum kamen, genutzt. Mit diesen wurden innen entlang der Wände das Hochbeet ausgekleidet, sodass die Füllung nicht herausbröseln kann und Feuchtigkeit zusätzlich vom Holz abgehalten wird. Ein netter Nebeneffekt - mit etwas Glück wächst zwischen den Brettern der Paletten dann nach außen Gras.

Befüllt wurde das Hochbeet dann ganz klassisch mit Ästen, Zweigen und anderem Grünschnitt als unterster Schicht, dann einem Gemisch aus halbfertigem Kompost und sandig-steiniger Erde und einer Schicht hochwertiger Gemüse-Pflanzerde ganz oben. Dadurch entsteht im Laufe der Zeit im Beet ein ähnlicher Effekt wie auf einem Komposthaufen, dass das Füllmaterial zersetzt wird, was Nährstoffe und auch Wärme freisetzt und zum besseren Wachstum der angepflanzten Kräuter und Gemüsepflanzen führt. Der Großteil der Füllmaterialien wurde dabei durch das Grünflächenamt der Stadt Fulda zur Verfügung gestellt.

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