Virtuelles Schulpraktikum im Studiengang Berufspädagogik Gesundheit

07.05.2021

Kolleginnen tauschen sich online über digitales Lernen und Lehren aus. Foto: Carolin Keßler

Unsere Lehramtsstudierenden der beruflichen Fachrichtung Gesundheit absolvieren innerhalb Ihres Bachelorstudiums zwei Schulpraktika an beruflichen Schulen. Wie dies in Zeiten von Distanzunterricht und Homeschooling aussieht, beschreibt der Artikel der Theodor-Heuss-Schule Wetzlar. Vielen Dank für diese kreative Lösung, wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit.

 

Lehramtsstudierende absolvieren erstmals Hybridpraktikum an der Theodor-Heuss-Schule in Wetzlar

Ein Praktikum sollte immer dazu dienen, erlernte theoretische Inhalte mit praktischen Erfahrungen zu ergänzen und mit Haut und Haar in einen Beruf einzutauchen. Gerade der Beruf des Lehrers bzw. der Lehrerin erfordert sehr vielfältige Rollen: Man ist zunächst DidaktikerIn, LernbegleiterIn und  FachexpertIn, darüber hinaus aber auch Motivationscoach, PsychologIn, OrganisatorIn, ProblemlöserIn und seit neuestem auch IT-SpezialistIn.

Um sich im ersten Ausbildungsabschnitt auf diese Anforderungen vorzubereiten, sieht die Studienordnung an den Universitäten zwei Pflichtpraktika vor. Die Studierenden besuchen in ihrem Fachpraktikum für fünf Wochen den Unterricht an einer Schule in ihren Fächern, sie beobachten, sie analysieren und sie probieren sich im eigenen Unterrichten aus. Doch bekanntlich ist in Coronazeiten vieles anders - was nicht bedeutet, dass man nicht auch kreative neue Ideen finden kann. Eine neue Idee der Theodor-Heuss-Schule Wetzlar ist die Hospitation über ein sogenanntes Hybridpraktikum. Die Schule ermöglicht es den PraktikantInnen, virtuell am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen, sei es, der Unterricht findet in Präsenz oder in Distanz statt oder sogar in einer Kombination aus beidem. Dafür bekommen alle TeilnehmerInnen einen begrenzten Zugang zur Lernplattform IServ, welche die THS und andere Schulen des Lahn-Dill-Kreises für den Unterricht nutzen. Hiermit ist es u. a. möglich, über Videoübertragung von zu Hause aus in das Klassenzimmer zugeschaltet zu werden. Als einzige Schule im Landkreis ermöglicht die THS Wetzlar den Lehramtsstudierenden so, den LehrerInnen live über die Schulter zu schauen.

Das erste Hybridpraktikum fand in diesem Frühjahr mit 10 TeilnehmerInnen der JLU Gießen und der Hochschule Fulda statt. Das Kennenlernen zwischen BetreuerInnen sowie Nachwuchslehrkräften wurde coronakonform online abgehalten. Hier konnten sich beide Seiten - wenn auch nur virtuell – kennenlernen. Die Praktikumsbetreuerin an der THS, Steffi Thomas, informierte die PraktikantInnen in einer Einführungsveranstaltung über die Bildungsangebote der THS und zeigte in einem virtuellen Rundgang durch die Schule alles Wissenswerte und Spannende im Schulalltag. In den kommenden fünf Wochen übernahmen die MentorInnen die Betreuung der jeweiligen PraktikantInnen, ließen sie an ihrem und dem Unterricht ihrer KollegInnen virtuell teilnehmen und auch erste eigene virtuelle Unterrichtskonzepte erstellen und durchführen.

Den Nachwuchslehrkräften wurde schnell klar, dass digitales Lernen besondere Anforderungen an sie stellt. So ist vieles, was in einem normalen Unterricht selbstverständlich ist, online nicht möglich, wie etwa die Kontrolle von Gruppenarbeiten durch einfaches Herumgehen im Klassenraum. Und auch der spontane Austausch zwischen LehrerInnen und SchülerInnen, die kleinen motivierenden Kommentare, die Tipps im Vorbeigehen, kleine Gesten, denen man sonst kaum Beachtung schenkt, werden nun vermisst. Außerdem wurde vielen hier zum ersten Mal richtig bewusst, in welch zahlreichen Bereichen man als LehrerIn bzw. ExpertIn sein muss, um die passenden digitalen Methoden zu den Lerninhalten zu finden. Hier konnte das Hybridpraktikum sowie das an der THS regelmäßig stattfindende Mediencafé Antworten geben. In letzterem stellen LehrerInnen der THS, die 2020 als DIGITALE SCHULE ausgezeichnet worden ist, ihren KollegInnen neue Online-Tools vor, erklären deren Handhabung und technische Voraussetzungen. So konnten seitens der Nachwuchslehrkräfte digitale Tools zu Umfragen oder Erklärvideos ausprobiert werden, was diese als wertvollen praktischen Erfahrungsgewinn bewertet haben.

Die PraktikantInnen waren sich einig, dass man Probleme und Chancen des aktuellen Unterrichts am besten durch das eigenständige Ausprobieren erkennt. Sie haben das Hybridpraktikum erfolgreich dazu genutzt, um Sicherheit hinsichtlich der Eignung für ihren Berufswunsch zu gewinnen und meldeten der Schule zurück, wie gut es war, diese Gelegenheit an der THS bekommen zu haben. Das digitale Unterrichten hautnah kennenzulernen, eröffnete ihnen moderne Lernwelten: „Es ist eine sehr interessante Erfahrung, zu sehen, wie die THS die Zeit des Distanzlernens gestaltet. Sie bietet schon jetzt viele Chancen für die digitale Zukunft, in der digitales Lernen sicher nicht mehr wegzudenken ist.“ (Autorin Carolin Keßler, THS Wetzlar)

 

Weitere Informationen zum Studiengang Berufspädagogik Gesundheit B.Ed.

Kontaktdaten

Tobias Dorn

Lehrkraft für besondere Aufgaben Berufspädagogik Gesundheit

Gebäude 31 , Raum 107
Tobias Dorn+49 661 9640-6241
+49 177 7008253
Sprechzeiten
nach Vereinbarung
zurück