Vortrag auf dem Deutschen Insolvenzverwalterkongress

29.10.2018

Prof. Dr. Skauradszun spricht in Berlin zum präventiven Restrukturierungsrahmen

Der Kongress

Vom 7. bis zum 9. November 2018 findet in Berlin der Deutsche Insolvenzverwalterkongress statt. Neben der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Dr. Katarina Barley und dem Vorsitzenden Richter des Insolvenzrechtssenats am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Godehard Kayser werden die drei Wissenschaftler Prof. Dr. Florian Jacoby, Universität Bielefeld, Prof. Dr. Marcel Krumm, Universität Münster, und Prof. Dr. Dominik Skauradszun, Hochschule Fulda, zur ESUG-Evaluation, der Behandlung von Sanierungserträgen und zum präventiven Restrukturierungsrahmen vortragen.

 

Der Vortrag zum präventiven Restrukturierungsrahmen

Auf Vorschlag der Europäischen Kommission haben in den letzten zwei Jahren die europäischen Institutionen, Verbände und Wissenschaftler um die Frage gerungen, wann und wie Unternehmen und Unternehmern in Europa bei finanziellen Schwierigkeiten ein präventiver Restrukturierungsrahmen anzubieten und eine zweite Chance zu ermöglichen ist. Die zum 1. Oktober 2018 nun vorliegende Richtlinienentwurf sieht nun rund 70 Optionen für die Mitgliedstaaten vor („Öffnungsklauseln“), die eine individuelle Umsetzung in nationales Recht ermöglichen. Prof. Dr. Skauradszun stellt in seinem Vortrag ein Umsetzungskonzept vor, das eine faire Balance zwischen dem Second-Chance-Approach und dem Schutz der Gläubiger- und Anteilsinhaberinteressen sucht. Er wird etwa zeigen, dass in Deutschland die Umsetzung des präventiven Restrukturierungsrahmens insbesondere im Bereich des Moratoriums eher restriktiv sein sollte, beispielsweise das Moratorium nicht von Rechts wegen, sondern nur aufgrund gerichtlicher Entscheidung möglich sein sollte, und keine Öffnung für Arbeitnehmerforderungen empfehlenswert ist. Er wird ferner zeigen, dass die Richtlinie einen Webfehler im Bereich des Anteilseignerschutzes hat, da die neuen Instrumente wie das Fairness-Kriterium, das Genehmigungserfordernis und das Kriterium des Gläubigerinteresses (best interest of creditors test) im Falle eines klassenübergreifenden Cram-downs kaum Schutz bieten.

 

Die Fuldaer Beteiligung

Prof. Skauradszun sprach über den präventiven Restrukturierungsrahmen jüngst an der State University of New York in Cortland, verantwortet zwei wissenschaftliche Großkommentierungen zum europäischen Restrukturierungsrecht in deutscher und englischer Sprache und ist Autor von mehreren Dutzend Aufsatzpublikationen zum Restrukturierungsrecht in deutschen und internationalen Fachzeitschriften. Er betreut hierzu Doktoranden und berät EU Institutionen, Bundesministerien sowie Aufsichtsbehörden in Deutschland und Europa und erstattet im Auftrag von Insolvenzverwaltern Gutachten in Restrukturierungsverfahren.

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