Wissen über Schlaganfall scheint in Fulda gut zu sein.

05.07.2019

Häufigkeit der korrekt benannten Risikofaktoren für Schlaganfall.

Quelle: Hochschule Fulda

Studierende der Gesundheitsförderung fragten in der Fußgängerzone nach.

Wer einen Schlaganfall hat, braucht schnelle Hilfe. Da ist es gut, wenn sich auch Angehörige auskennen. Aus früheren Studien ist jedoch bekannt, dass das Wissen insbesondere zu den Symptomen und Risikofaktoren Lücken aufweist. Ob dies auch aktuell in Fulda noch stimmt, wollten Studierende in einem studentischen Projekt im Studiengang Gesundheitsförderung gerne wissen.
An mehreren Standorten in der Innenstadt interviewten sie persönlich 61 in Fulda lebende Frauen und 52 Männer im Alter von 18 bis 87 Jahren (Durchschnitt: 49,9 Jahre) mit Hilfe eines Fragebogens. Bei der Auswahl der Teilnehmenden sollten Vorgaben zum Alter und zum Geschlecht möglichst genau eingehalten werden, um die Ergebnisse auf die Gesamtbevölkerung übertragen zu können.
In der statistischen Auswertung der Daten zeigt sich, dass die Bevölkerung in der Mehrheit gut über den Schlaganfall informiert ist.
Rund drei Viertel der Befragten (77 %) benennen korrekt das Gehirn als Ort, an dem sich ein Schlaganfall ereignet. 23 % benennen allerdings das Herz oder die Muskulatur. Die Hälfte der Befragten stuft sich selbst als „sehr gut „oder „gut“ informiert ein, 40,7 % als „mittelmäßig“ und mehr als jeder Zehnte (12,4 %) als „schlecht“ bis „sehr schlecht“. Die Mehrheit der Befragten (57,1 %) möchte mehr über das Thema Schlaganfall erfahren. Unter denen, die einen Informationswunsch angaben, wurden Ärzt*innen sowie Medien wie Fernsehen, Internet oder Zeitung als die bevorzugten Informationsquellen genannt.
Gut ist das Wissen zu den Risikofaktoren: Rund 86 % der Befragten können 10 bis 13 der insgesamt 13 Faktoren, wie etwa Bluthochdruck, Rauchen oder Übergewicht, aus einer Liste benennen, die erwiesenermaßen das Risiko für Schlaganfall erhöhen. Zu den bekanntesten Risikofaktoren zählen das Rauchen, Stress und der Bluthochdruck (Abbildung 1). Unterteilt nach dem selbst eingeschätzten Wissen zum Schlaganfall, geben 88,7 % derjenigen, die den eigenen Wissensstand als „sehr gut“ oder „gut“ einstufen, 10 bis 13 korrekte Risikofaktoren an. Bei denjenigen, die sagen, ihr Wissensstand sei „schlecht“ oder „sehr schlecht“, sind es immerhin noch 71,4 %.
Besonders interessierte das Wissen zu den Symptomen eines Schlaganfalls. Hier können rund 71 % der Befragten mindestens ein Hauptsymptom benennen, wie bspw. Lähmung einer Gesichtshälfte bzw. hängender Mundwinkel, Lähmung einer Gliedmaße bzw. einer Körperhälfte sowie Sprach-/Sprechstörungen. 42,5 % der Befragten kennen zwei und 16,8 % kennen sogar drei der Hauptsymptome. Rund 72 % derjenigen, die ihr Schlaganfallwissen als „sehr gut“ oder „gut“ einstufen, können mindestens ein Hauptsymptom benennen. Unter denjenigen Befragten, die ihr Wissen selbst als „schlecht“ bis „sehr schlecht“ einstufen, sind es hingegen nur 57 %.
Die große Mehrheit der Befragten (85 %) würde bei Verdacht auf einen Schlaganfall als sofortige Erstmaßnahme den Rettungsdienst kontaktieren.
Die Studie spricht dafür, dass das Wissen der Bevölkerung zum Thema Schlaganfall insgesamt als gut bewertet werden kann. Eine Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die Gesamtheit der Fuldaer Wohnbevölkerung ist angesichts der geringen Teilnehmer*innenzahl sowie Abweichungen der Teilnehmenden im Vergleich zur Gesamtbevölkerung gemessen an Alter und Geschlecht aber nur mit Zurückhaltung möglich. Die Teilgruppe, deren Wissen weniger gut ist, stellt in der Akutversorgung von Betroffenen allerdings ein Problem dar. Hier kann für die Behandlung und Prävention von Folgen wertvolle Zeit verloren gehen.

Informationen zum Studiengang erhalten Sie hier.

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