Zwei neue Professorinnen am Fachbereich Sozialwesen

24.11.2021
Zwei neue Professorinnen am Fachbereich Sozialwesen

Regina Remsperger-Kehm (links) und Judith Ommert haben zum Wintersemster 2021/22 als Professorinnen am Fachbereich Sozialwesen begonnen. Foto: Hochschule Fulda

Prof. Dr. Regina Remsperger-Kehm übernimmt die Professur für „Frühkindliche Bildung“, Prof. Dr. Judith Ommert die Professur für „Theorien und Methoden gesundheitsbezogener Sozialer Arbeit“.

Professorin Dr. Regina Remsperger-Kehm
Nach dem Studium des Sozialwesens an der Fachhochschule Wiesbaden und der Erziehungswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main wurde Remsperger-Kehm im Jahre 2010 mit einer Videostudie zur „Qualität pädagogischen Handelns im Kindergarten“ an der Goethe-Universität promoviert. Ihr Ansatz der „Sensitiven Responsivität“, der national und international breit rezipiert wird, bildet auch einen der Ansatzpunkte für die Explorationsstudie über „Verletzendes Verhalten in Kitas“, die Remsperger-Kehm zusammen mit Astrid Boll kürzlich veröffentlicht hat.

Im Anschluss an ihre Promotion nahm Remsperger-Kehm zunächst einen Ruf auf eine Professur an der Fachhochschule in Erfurt an, später lehrte sie an den Hochschulen in Ludwigshafen am Rhein und Wiesbaden sowie an der Universität Kassel. Unmittelbar vor ihrem Ruf nach Fulda war Regina Remsperger-Kehm Professorin für „Pädagogische Grundlagen der Sozialen Arbeit und Kindheitswissenschaften“ an der Hochschule Koblenz.

In Lehre und Forschung legt die gut vernetzte Wissenschaftlerin und Mutter von vier Kindern großen Wert auf eine nachhaltige Verknüpfung von Theorie und Praxis. So begleitete sie u.a. die Projekte „Bildungs- und Lerngeschichten“, „Thüringer Kitas auf dem Weg zum Eltern-Kind-Zentrum“ und die „Rolle von Fachberatung im System der Entwicklung von Qualität in der frühen Bildung“. Darüber hinaus arbeitet Remsperger-Kehm seit vielen Jahren erfolgreich als Fortbildungsreferentin für pädagogische Fachkräfte und engagiert sich für die Qualifizierung von Fachberater*innen.  Im Mittelpunkt der inhaltlichen Arbeit der 44-jährigen Professorin stehen die Prävention von verletzendem Verhalten durch pädagogische Fachkräfte und damit der Schutz und das Wohlergehen von Kindern in Tageseinrichtungen. Die Initiierung eines dauerhaften Dialogs zwischen Praxis, Wissenschaft, Ausbildung und Politik soll hierzu einen Beitrag leisten.

Erwartungsvoll blickt Regina Remsperger-Kehm nun auf ihre Aufgaben an der Hochschule Fulda: „Es ist wunderbar, dass ich im Fachbereich Sozialwesen unmittelbar an meine Arbeiten an den Schnittstellen von Kindheitspädagogik und Sozialer Arbeit anschließen kann. Auf den Austausch mit den Studierenden und die Zusammenarbeit mit den neuen Kolleginnen und Kollegen freue ich mich sehr. Mit Blick auf die Weiterentwicklung pädagogischer Qualität möchte ich auch weiterhin die Perspektiven der Akteur*innen in der Praxis in das Zentrum meiner Arbeit rücken. Unterschiedliche Sichtweisen zu hören und dafür zu sensibilisieren sind dabei ein wichtiger Auftrag.“

Professorin Dr. Judith Ommert
Judith Ommert absolvierte eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten (2001-2004) und studierte anschließend Soziale Arbeit an der Hochschule Fulda (2005-2008). Nach ihrem Anerkennungsjahr in einer Tagesstätte für Menschen mit psychischen Störungen im BWMK e.V. übernahm sie von 2009 bis 2015 die Tätigkeit des Sozialen Dienstes einer Reha-Werkstatt. Darüber hinaus war sie als Kooperationsmitarbeiterin der RPK in Schlüchtern tätig. 2013 schloss sie das berufsbegleitende Masterstudium der Gemeindepsychiatrie an der Hochschule Fulda ab und wechselte 2015 zur Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. in Frankfurt. Dort war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im bundesweiten und akteurübergreifenden Forschungsprojekt „Basiskonzept zur Bedarfsermittlung in der beruflichen Rehabilitation“ in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke als Koordinationsstelle für insgesamt acht Bundesarbeitsgemeinschaften in der beruflichen Rehabilitation und der Hochschule Magdeburg-Stendal tätig.

Von 2016 bis 2019 lehrte und forschte sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Fulda. 2019 schloss Judith Ommert ihre Promotion über „Bedeutende Kontextfaktoren und deren Wechselwirkungen für Frauen mit Schizophrenie im Kontext Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung“ am hochschulübergreifenden Promotionszentrum Soziale Arbeit der Hochschule Darmstadt, der Frankfurt University of Applied Sciences, der Hochschule Fulda und der Hochschule RheinMain ab. Nach wenigen Monaten als Postdoc an der Hochschule Fulda, erhielt sie zum Wintersemester 2020/2021 einen Ruf an die IU Internationale Hochschule am Standort Frankfurt und war dort als Professorin für „Soziale Arbeit“ tätig, bevor sie zum Wintersemester 2021/2022 als Professorin für „Theorien und Methoden gesundheitsbezogener Sozialer Arbeit“ an die Hochschule Fulda zurückkehrte.

Seit Beginn ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit forscht Judith Ommert zur Beruflichen Rehabilitation von Menschen mit Behinderung. Ihr Fokus liegt dabei auf der beruflichen Teilhabe unter Einbezug der ICF (International Classification of Funktioning Disability and Health). Professorin Ommert engagiert sich im Fachbereich Rehabilitation und Teilhabe der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG) und setzt sich hier für die Verbesserung der Qualität des Gesundheitswesens und der sozialen Teilhabe ein.

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