Hochschulpakt 2020: Kritik an geringer Aufstockung der Forschungsförderung

20.02.2019

Die Hessische Staatssekretärin im Wissenschaftsministerium Ayse Asar (5.v.l.) mit den bildungspolitischen Sprechern der Parteien sowie dem Vorsitzenden der HAW Hessen und Präsidenten der Frankfurt University of Applied Sciences, Prof. Dr. Frank E. P. Dievernich (3.v.r.), und Prof. Dr. Karim Khakzar, HRK-Vizepräsident /Sprecher der Mitgliedergruppe der HAWs/FHs in der HRK und Präsident der Hochschule Fulda (2.v.r.) beim Parlamentarischen Abend in der Hessischen Landesvertretung in Berlin. Foto: privat

HAWs und FHs fordern: Wer neue Studienplätze geschaffen hat, muss auch künftig gefördert werden.

Hochschulen, die in den vergangenen Jahren mit großen Kraftanstrengungen in erheblichem Umfang neue Studienplätze aufgebaut haben, müssen dafür in Zukunft mindestens in gleicher Höhe Mittel aus dem Hochschulpakt 2020 (HSP2020) erhalten. Das fordern die deutschen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) und Fachhochschulen (FHs) mit Blick auf die laufenden Verhandlungen über ein neues Verteilungsmodell der HSP-Mittel für die Jahre 2021 bis 2025.

Die Mitgliedergruppe der HAWs/ FHs in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) legte ihre Position am Dienstag dieser Woche (19.02.) im Rahmen eines Parlamentarischen Abends in Berlin unter der Leitung ihres Sprechers und HRK-Vizepräsidenten Prof. Dr. Karim Khakzar noch einmal ausführlich dar. Nach dem Beschluss der Bundesregierung zur Verstetigung der HSP2020-Mittel ist noch ungeklärt, nach welchen Kriterien die Mittel auf die Hochschulen verteilt werden. Über die möglichen Verteilungsmodelle verhandeln Bund und Länder derzeit in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK).

„Die HAWs und FHs haben die Hauptlast des Aufwuchses der letzten Jahre gestemmt“, begründete HRK-Vizepräsident Prof. Dr. Karim Khakzar die Forderung. Etwa zwei Drittel der insgesamt 150.000 neuen Studienplätze, die seit 2005 an deutschen Hochschulen geschaffen wurden, entfielen auf HAWs/FHs.

Umverteilung zu Lasten der HAWs führt zum Abbau von Studienplätzen
„Die Zukunft der HAWs/FHs ist maßgeblich mit der Frage verknüpft, wie der neue Hochschulpakt ausgestaltet sein wird. Die HSP-Mittel machen inzwischen bis zu 30 Prozent der Grundhaushalte an HAWs/FHs aus“, betonte Khakzar und führte die Tragweite einer möglichen Umverteilung vor Augen. „Geht das neue Verteilungsmodell zu Lasten der HAWs/FHs, dann wird dies zwangsläufig zu einem Abbau der Studienplatzkapazitäten führen müssen.“ Das könne nicht im Interesse der Allgemeinheit sein.

Förderung der Angewandten Forschung fällt zu gering aus
Kritisch äußerten sich die HAWs/FHs zur GWK-Entscheidung über das Programm zur Förderung der angewandten Forschung und Entwicklung an HAWs/FHs. Es soll zwar weitere fünf Jahre fortgesetzt werden, allerdings hatten sich die HAWs/FHs eine deutliche Aufstockung des Programms erhofft. „Das ist ein enttäuschendes Ergebnis für alle HWAs/FHs“, erklärte HRK-Vizepräsident Khakzar. Noch immer sei der Anteil der Forschungsförderung von Bund und Ländern für die HAWs/FHs im Vergleich zu den Universitäten viel zu gering. Alleine über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Exzellenzinitiative flössen über drei Milliarden Euro an die Universitäten. Demgegenüber stünden den HAWs/FHs aus den Programmen des Bundesbildungsministeriums in der Summe nur rund 130 Millionen Euro für die angewandte Forschung zur Verfügung.

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