HRK-Vize-Präsident begrüßt Änderungen beim Promotionsrecht in NRW

06.03.2019

Prof. Dr. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda, Vize-Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Sprecher der Mitgliedergruppe Fachhochschulen (FH) und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in der HRK. Foto: Hochschule Fulda

Prof. Dr. Karim Khakzar sieht in den geplanten besseren Promotionsmöglichkeiten in Nordrhein-Westfalen den richtigen Schritt.

Die regierenden Fraktionen von CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen schlagen im Rahmen der aktuell im Landtag diskutierten Hochschulgesetz-Novelle Veränderungen beim Promotionsrecht vor. Demnach soll das heutige Graduierteninstitut für Angewandte Forschung der Fachhochschulen in NRW (GI NRW) in ein Promotionskolleg überführt werden, dessen Fachbereichen nach erfolgreicher Begutachtung durch den Wissenschaftsrat das Promotionsrecht verliehen wird.

"Konsequenter und mutiger wissenschaftspolitischer Weg"
„NRW setzt mit diesem Vorschlag sehr konsequent auf die großen Potenziale der Fachhochschulen in der angewandten Forschung“, meint Prof. Dr. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda, Vize-Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Sprecher der Mitgliedergruppe Fachhochschulen (FH) und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in der HRK. Er verweist auf die Entwicklungen in anderen Bundesländern, insbesondere in Hessen, das bereits 2017 das eigenständige Promotionsrecht für forschungsstarke Fachrichtungen an HAWs eingeführt hat. „Das Bundesland mit den meisten Hochschulen geht damit einen konsequenten und mutigen wissenschaftspolitischen Weg und setzt zugleich eigene Akzente“, betont Khakzar. Seine Hochschule in Fulda hat bereits für mehrere Fachrichtungen, so zum Beispiel Informatik, Soziale Arbeit, Sozialwissenschaften und Public Health, das eigenständige Promotionsrecht vom Land Hessen verliehen bekommen hat.

„Heute ist völlig unstrittig, dass FHs und HAWs wichtige Beiträge zur angewandten Forschung leisten. Diese zählt inzwischen in allen Bundesländern zu den gesetzlichen Aufgaben der FHs/HAWs. Wie an den Universitäten ist Forschung ohne promovierende Nachwuchswissenschaftler schlicht nicht möglich. Die von den Universitäten immer wieder favorisierten sogenannten kooperativen Promotionen unter der Regie der Universitäten funktionieren leider in vielen Fällen nicht oder nicht zufriedenstellend“, stellt Khakzar fest. „Zum einen sind einige Fachdisziplinen an Universitäten nicht oder nur ganz am Rande vertreten, etwa in der Sozialen Arbeit oder in den Gesundheits- und Pflegewissenschaften. Zum anderen existieren die Kapazitäten an Universitäten überhaupt nicht, um zusätzliche Promotionen qualitätsgesichert betreuen und begutachten zu können. Laut Statistischem Bundesamt betreut zum Beispiel eine Professur in den Ingenieurwissenschaften im Mittel über zehn Doktorandinnen und Doktoranden. Das Argument der besseren Betreuung, welches von Universitätsvertretern immer wieder vorgebracht wird, ist nicht sehr plausibel“, ergänzt Khakzar.

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