Studie zur Digitalisierung von Lieferketten

14.03.2019

Prof. Dr. Michael Huth von der Hochschule Fulda (links) und Carsten Knauer vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) bei den BME-e-Lösungstagen in Düsseldorf. Foto: Michael Huth

Hochschule Fulda und Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik präsentieren Ergebnisse.

Die Möglichkeiten der Digitalisierung werden für die Verbesserung von Lieferketten noch kaum genutzt – Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Online-Studie der Hochschule Fulda und des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BEM). Angesprochen wurden 251 Supply Chain Manager und Führungskräfte in Bereichen wie IT, Logistik, Produktion oder Materialfluss. Gefragt wurde, wie intensiv elektronische Lösungen wie Blockchain, Cloud Computing, 3D-Druck oder künstliche Intelligenz für die Digitalisierung der Lieferketten genutzt werden.

Die Autoren der Studie sind Prof. Dr. Michael Huth von der Hochschule Fulda und von Seiten des BME Carsten Knauer. Knauer leitet beim BME die Sektion Logistik und Supply Chain Management, Huth ist Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Logistik. „Ziel unserer Umfrage war es, für mehr Transparenz beim Einsatz digitaler Technologien in den Lieferketten zu sorgen. Damit erhalten die Unternehmen wichtige Informationen, die ihnen bei der Transformation ihrer Supply Chains helfen können“, sagte Huth.

Die Antworten zum Stand der Anwendung digitaler Technologien in Supply Chains ergaben insgesamt ein ernüchterndes Bild. Laut Huth werden einzig Cloud Computing, Roboter und Automatisierung sowie – mit Abstrichen – Big Data Analytics umfassend eingesetzt. Alle anderen Digitalisierungstechnologien spielten derzeit noch keine große Rolle. Mit Blick auf die Zukunft sei zwar eine Intensivierung der Digitalisierungsbestrebungen denkbar, bislang zeigten sich die Unternehmen bis auf die genannten Technologien aber zurückhaltend. 

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden auf den 10. BME-eLösungstagen in Düsseldorf im Rahmen eines Workshops mit 35 Managerinnen und Managern vorgestellt und diskutiert. Es ging um Treiber und Hemmnisse für die Umsetzung von Digitalisierung in Supply Chains und gemeinsam wurden Empfehlungen erarbeitet, um Digitalisierungsprojekte erfolgreich anzustoßen und umzusetzen.

Die Umfrage hat gezeigt, dass die Implementierung und Nutzung von Digitalisierungstechnologien immer auch eine Frage des Kosten-Nutzen-Verhältnisses ist. Derzeit erwarten die meisten Umfrage-Teilnehmer noch keinen ausreichenden Mehrwert, der die hohen Investitionskosten rechtfertigt. „Trotzdem kann es mittelfristig sinnvoll sein, bereits jetzt Digitalisierungstechnologien im eigenen Unternehmen umzusetzen. Auf diese Weise lassen sich die von Industrie 4.0 ausgehenden Wettbewerbsvorteile frühzeitig nutzen“, sagte Huth. Dazu zählen laut Online-Erhebung vor allem Kosten- und Zeiteinsparungen sowie Qualitäts- und Flexibilitätssteigerungen.

Mit Blick auf das Thema Fachpersonal empfehlen die Autoren der Umfrage, Stellenprofile anzupassen oder auch neu zu konzipieren. Es gehe dabei nicht allein um Know-how im Supply Chain Management, sondern auch – und deutlich intensiver als bisher – im Bereich der digitalen Transformation. Der Kontakt zu Hochschulen biete vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit, frühzeitig Kontakt zu Absolventen aufzubauen und damit frisches Wissen in das eigene Unternehmen zu holen.

Die Umfrage wurde vom 17. September bis 31. Oktober 2018 durchgeführt. Knapp die Hälfte der Teilnehmer ist in der Lager- und Transportbranche, dem Automobil- und -zuliefersektor, dem Maschinenbau sowie in der Pharma- und Chemieindustrie tätig. 

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