Wechsel an der Spitze des Fachbereichstags Informatik (FBTI)

09.03.2017

Prof. Dr. Prof. h.c. Ulrich Bühler (re.) übergibt den Staffelstab an den neu gewählten Vorsitzenden des FBTI, Prof. Dr.-Ing. Klaus Lang. (Foto: Hochschule Fulda)

Prof. Dr. Prof. h.c. Ulrich Bühler (Hochschule Fulda) hat den Vorsitz nach 12-jähriger Amtszeit an seinen Nachfolger Prof. Dr.-Ing. Klaus Lang (TH Bingen) übergeben.

Der Fachbereichstag Informatik (FBTI) hat auf seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung am 9. März Prof. Dr.-Ing. Klaus Lang von der TH Bingen zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er löst den langjährigen Vorsitzenden Prof. Dr. Prof. h.c. Ulrich Bühler, Hochschule Fulda, im Amt ab. Bühler wird nach 12 Jahren an der Spitze des Fachbereichstags künftig als Stellvertreter im Vorstand mitarbeiten.

Prof. Dr.-Ing. Klaus Lang ist an der Technischen Hochschule Bingen tätig und vertritt das Lehrgebiet Technische Informatik. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen als ehemaliger Vizepräsident und Fachbereichsdekan sind ihm die hochschulpolitischen Themen der letzten Jahre bestens vertraut. Der neue Vorsitzende des Fachbereichstags Informatik will sich mit dem Gewicht der 60 Mitgliedsfachbereiche in bildungs- und hochschulpolitischen Diskussionen mit dem veränderten Selbstverständnis der Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) klar positionieren. Ein besonderes Anliegen sieht er darin, die Wissenschaftsfreiheit zu betonen und gegen zunehmende Reglementierung durch politische Vorgaben und Eingriffe durch Administration und Hochschulleitungen zu verteidigen. „Die Autonomie von Hochschulen darf nicht nur in zentralen Managementstrukturen zum Tragen kommen, sondern muss auch auf der Ebene der Fachbereiche und akademischen Kollegien sichtbar werden.“

Prof. Bühler betonte, die Etablierung der neuen Rolle der HAW im deutschen Bildungssystem und die Gestaltung dieses Entwicklungsprozesses nach innen und außen sei weiterhin ein dringendes Thema für den FBTI. „Nur mit den Hochschulen für angewandte Wissenschaften als gleichberechtigtem Hochschultyp neben den deutschen Universitäten kann der wachsende Bedarf an hochqualifizierten akademischen Nachwuchskräften gedeckt werden und der Wirtschaftsstandort Deutschland wettbewerbsfähig bleiben“, sagte er bei der Amtsübergabe. Dafür stehe er auch weiterhin als stellvertretender Vorsitzender des FBTI gerne und mit großem Engagement zur Verfügung.

Seine Vorstandsarbeit im FBTI begann Prof. Dr. Prof. h.c. Ulrich Bühler 1998 zunächst als Stellvertreter des Vorsitzenden. Nach sechsjähriger Amtszeit in dieser Funktion wurde er 2004 zum Vorsitzenden gewählt. Er engagierte sich in den hochschulpolitischen Auseinandersetzungen mit Vertretern von Universitäten, Politik, Wirtschaft und Interessengruppen über die neue Rolle der Fachhochschulen im deutschen und internationalen Hochschulraum und stärkte die öffentliche Präsenz des FBTI. Prof. Bühler trat für die Gleichwertigkeit der Masterabschlüsse von Fachhochschulen und Universitäten ein, brachte das Positionspapier zur weiteren Gestaltung des Bologna-Prozesses in Deutschland auf den Weg, engagierte sich für die Verwendung der Studienbeiträge zur Verbesserung der Lehre und forcierte den Meinungsaustausch mit der Gesellschaft für Informatik (GI), des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und nicht zuletzt mit den Vertretern des Fakultätentags Informatik (FTI) der Universitäten.

In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe erarbeiteten der FBTI und FTI Empfehlungen für einen fachspezifischen Qualifikationsrahmen Informatik, die in den Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmen eingeflossen sind und die 2016 verabschiedeten Empfehlungen der Gesellschaft für Informatik für Bachelor- und Masterstudiengängen an Hochschulen wesentlich geprägt haben. Als die ASIIN, die Akkreditierungsagentur für Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, der Informatik, der Naturwissenschaften und der Mathematik e.V., die „European Quality Assurance Network of Informatics Education“(EQANIE) für die Vergabe eines international anerkannten Zertifikats erfolgreich akkreditierter Informatik-Studiengänge gründete, setzte sich Prof. Bühler für die Mitgliedschaft im Verein EQANIE ein. Als Mitglied im EQANIE-Vorstand nimmt der FBTI seither aktiv an der normativen Gestaltung der Informatik-Studiengänge im europäischen Hochschulraum teil.

Überzeugt, dass es eine gleichwertige Verankerung der Masterstudiengänge im konsekutiven Studienmodell nur geben kann, wenn leistungsstarken Studierenden der Einstieg in eine wissenschaftliche Laufbahn eröffnet wird, engagierte sich Prof. Bühler für eine stärkere Einbindung der HAW in von Bund und Ländern geförderte Forschungsprogramme sowie für den Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur. Ein eigenes Promotionsrecht für forschungsintensive Fakultäten bzw. Institute an den HAW sei daher konsequent, sagte er und betonte: „Die Etablierung strukturierter Promotionsprogramme an Graduiertenkollegs unter Beteiligung unserer Professorinnen und Professoren kann sicherlich nur eine Interimslösung auf dem Weg zu einer neuen Universität sein.“

Der Fachbereichstag Informatik (FBTI) ist ein Zusammenschluss von Informatik-Fachbereichen und -Fakultäten an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und dient als Plattform zur aktiven Gestaltung hochschulpolitischer Entwicklungen, zum Informations- und Erfahrungsaustausch in allen Belangen der Informatik als anwendungsbezogene Wissenschaft und zur Kooperation mit Interessenvertretern aus Wirtschaft, Politik und Hochschule.

zurück