Spannung, Spiel und ganz viel Technik

„3…,2…,1… Lego!“, schallt es durch die Lautsprecher. Auf den beiden Spieltischen fahren zwei kleine Lego-Roboter los. „Der Roboter verpasst die Biene und das rosa Tier“, kommentiert der Moderator mit Blick auf einen der Tische. „Jetzt nimmt er sich den Hai vor.“ Wer am Samstagnachmittag die Tür zur Halle 8 der Hochschule Fulda öffnet, betritt eine andere Welt. Hier dreht sich heute alles um Roboter mit Lego-Technik und das Thema „Mensch und Tier“. Insgesamt 115 SchülerInnen aus 16 Teams haben sich dafür angemeldet.

In der Halle bietet sich den ganzen Tag über ein wahrhaft buntes Bild: Kinder und Jugendliche in farbigen T-Shirts ihres Teams stehen an Spieltischen und üben die Abläufe ein, andere sitzen um Laptops herum. Dazwischen: JurorInnen und HelferInnen des MINTmachClubs in hellgrünen T-Shirts, Geschwister, Eltern und andere Familienmitglieder.

Vor der Bühne sind vier Spieltische in der Größe von Billardtischen aufgestellt worden, jeweils zwei Seite an Seite. Hier werden die „Robot-Games“ ausgetragen. Zwei Teams treten zeitgleich an und versuchen, in der vorgegebenen Zeit von 2:30 Minuten möglichst viele Punkte zu sammeln. Jeder Durchgang wird gefilmt und live auf einer großen Leinwand gezeigt. Die Aufgaben sind einige Monate im Voraus bekannt gegeben worden. So können die Teams sich entsprechend vorbereiten. 

Beziehungen zwischen Mensch und Tier erforschen

Der Wettbewerb steht unter dem Titel: "Animal Allies" - Beziehungen zwischen Mensch und Tier erforschen.“ Dementsprechend sehen die Aufgaben der „Robot-Games“ aus: „Fütterung“, „Melkmaschine“ oder „Bienenzucht“ lauten einige davon. Auf dem Spielfeld sieht das etwa so aus: Der Roboter wird in der Startposition exakt ausgerichtet. Mit dem Signal des Oberschiedsrichters schickt das Team ihn los. Der Roboter macht eine Vierteldrehung und steuert dann auf einen Kühlschrank zu. Dort betätigt er einen Hebel. Daraufhin fällt Futter heraus, das zu den Tieren auf dem Spielfeld gebracht werden soll. Zwischen den einzelnen Aufgaben nehmen die SchülerInnen den Roboter vom Spielfeld und wechseln mit geübten Handgriffen die Werkzeuge. Dann geht es weiter.

Millimeterarbeit an den Spieltischen

Auch bei guter Vorbereitung kann eine Menge schiefgehen – viele Aufgaben erfordern Millimeterarbeit. „Aus der Milchmaschine läuft nicht nur Milch, sondern auch Gülle. Das gibt nicht die optimale Punktzahl“, erläutert Oberschiedsrichter Thomas Madeya bei einem Durchgang des Teams „Robonerds“ in der Vorrunde. Das Team der Rhönschule Gersfeld hat seine Sache trotzdem gut gemacht: Am Ende belegen die „Robonerds“ Platz 2 in der Gesamtwertung.

Teams entwickeln Forschungsfragen und Lösungen

Um ein gutes Endergebnis zu erzielen, muss ein Team die Jury in mehreren Bereichen überzeugen. Neben dem „Robot-Game“ werden das Design und die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe bewertet. Dazu kommt die Präsentation der Forschungsaufträge. Dafür wählen die Teams im Vorfeld ein Projekt aus, das zum Thema passt. Sie entwickeln eine Fragestellung und Lösungsvorschläge dazu. Die Ergebnisse werden am Wettkampftag der Jury präsentiert. Roboter zu bauen und zu programmieren ist also ein wichtiger Bestandteil – aber längst nicht alles. „Das Gute ist, dass es hier nicht nur um Roboter geht – sondern auch um Teamwork und Kreativität“, sagt Prof. Dr. Sascha Skorupka. Er ist wissenschaftlicher Leiter des MINTmachClubs Fulda, der den Wettbewerb ausrichtet.

„Mir macht es Spaß, das Team durch eigene Ideen weiterzubringen“, antwortet Hannah Dietz auf die Frage, warum sie an diesem Samstag dabei ist. Die Schülerin der Lüdertalschule (Großenlüder) hat schon als Kind gerne mit Lego gespielt. Thomas Madeya war selbst sieben Jahre lang Teamcoach, jetzt ist er Oberschiedsrichter der FLL: „Die First Lego League ist eine coole Sache, um Kinder zu begeistern“, sagt er. „Sie nehmen hier etwas mit, was sie in der Schule so nicht bekommen.“

Gewinner in vier Kategorien

Am frühen Abend stehen die GewinnerInnen fest. Gesamtsieger wird das Team „Jawas – A new hope“ aus Paderborn, gefolgt von den „Robonerds“ von der Rhönschule Gersfeld. Platz drei belegt das Team „Kabelsalat“ (Paderborn).  „Jawas – A new hope“ sichert sich außerdem den ersten Platz in den Bereichen „Forschungsauftrag“ und „Robot-Game“, für das beste Design wird „Kabelsalat“ (Paderborn) ausgezeichnet. In der Kategorie „Teamwork“ liegt „Robotus-Maurus“ (Rabanus-Maurus-Schule Fulda) am Ende vorne. Der Sonderpreis der Jury geht an „pmg-robots junior“ (Philipp-Melanchthon-Gymnasium Gerstungen).

Der Regionalentscheid der First Lego League wurde zum zweiten Mal an der Hochschule Fulda ausgetragen. Die zwei besten Teams haben sich für das Halbfinale am 22. Januar 2017 in Aachen qualifiziert.

Angebote für Schulen

Das Anliegen des MINTmachClubs an der Hochschule Fulda ist es, Menschen jeden Alters für MINT-Fächer zu begeistern. Dazu gehören Informatik, Technik, Mathematik und Naturwissenschaften. Schulen im Landkreis Fulda können sich kostenlos so genannte NAO-Roboter leihen. Darüber hinaus bietet der Club Fortbildungen für Lehrer und die „MINT-Labortage“ an.
Mehr Infos dazu gibt es unter: www.mintmachclub.de.

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