Um was geht es?

In der Psychiatrischen Pflege werden psychisch erkrankte Menschen behandelt, begleitet und beraten. Zentrale Aufgabe ist der gelungene professionelle Kontakt. Die Pflege ist Teil des therapeutischen Teams.

Sie haben sich für ein Arbeitsgebiet entschieden, das in den letzten Jahren in der Gesundheitsversorgung an Bedeutung gewonnen hat. So ist zwischen 2003 und 2013 die Zahl stationär versorgter Fälle in Krankenhäusern in der Diagnosegruppe „Psychische und Verhaltensstörungen“ auf das 1,2fache gestiegen; in stationären Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen auf das 1,5fache (destatis 2015, Daten der Gesundheitsberichterstattung). Dabei werden viele Erkrankungen nicht erkannt.

Jedes Jahr ist etwa ein Drittel der Bevölkerung von mindestens einer psychischen Störung betroffen. Die häufigsten Störungen bei Frauen sind Angststörungen (22,6 %) und Depressionen (11,4 %); bei Männern Alkoholstörungen (18,4 %), Angststörungen (9,7 %) und Depressionen (5 %). Kombinationen verschiedener Störungen sind häufig. Nur knapp die Hälfte der Betroffenen hatte Kontakt zum Gesundheitssystem. Am häufigsten traten Störungen in der Altersgruppe 18 - 34 auf (RKI 2012, DEGS-Studie).

Für wen ist das was?

  • Sie haben eine abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf, d.h. der Gesundheits- und Krankenpflege, der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, der Altenpflege oder der Heilerziehungspflege. 
  • Sie können sich vorstellen, künftig in der pflegerischen Versorgung psychisch kranker Menschen zu arbeiten, z.B. in der Akutpsychiatrie, in der Gerontopsychiatrie, mit Suchtkranken oder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Vielleicht arbeiten Sie bereits in diesem Feld.
  • Sie möchten gerne einen akademischen Abschluss erwerben, in einem praxisnahen und zugleich wissenschaftlichen Studium.

Dann sind Sie im Studiengang Psychiatrische Pflege richtig. 

Sind Sie bereits in der Psychiatrischen Pflege tätig? Dann können Sie Ihre Kompetenzen individuell auf einzelne Module des Studiums anrechnen lassen.

Welche Berufschancen bieten sich nach dem Studium?

Fachpersonal in der psychiatrischen Pflege wird dringend gesucht

  • in der stationären Versorgung als Teil des therapeutischen Teams,
  • in der ambulanten gemeidepsychiatrischen Arbeit, die aufgrund der kürzeren Verweildauer in der stationären Versorgung an Bedeutung gewonnen hat,
  • in der aufsuchenden Betreuung im Rahmen der Soziotherapie nach § 37 SGB V, in der Sie selbständig tätig werden können.

Nach Studienabschluss werden Sie schnell die Möglichkeit haben, leitende Funktionen zu übernehmen. Sie können auch ein Master-Studium anschließen und den Weg in die Pflegeforschung gehen oder Verantwortung für die Ausbildung des Nachwuchses übernehmen.

Was erwartet Sie im Studium?

Studiert wird an der Hochschule Fulda interdisziplinär und praxisnah, oft mit Formen projekt- oder problemorientierten Lernens. Drei Module, in denen Methoden einer wissenschaftlich fundierten Arbeitsweise im Vordergrund stehen, studieren Sie gemeinsam mit Studierenden des Studienganges Pflegemanagement. Die dreizehn weiteren Module werden spezifisch für diesen Studiengang angeboten und sie lernen in einer kleinen Gruppe, in der intensiv gearbeitet werden kann. Wissen über Krankheitsbilder, Diagnostik, Therapie und das Selbstverständnis psychiatrischer Pflege in den Handlungsfeldern der Versorgung psychisch kranker Menschen wird ergänzt durch die Kenntnis der strukturellen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Wissen über die Interaktion wird mit Selbstreflexion ergänzt. Module, in denen die Selbstreflexion im Vordergrund steht, erfordern Anwesenheitspflicht und schließen ohne Prüfung ab.

Es sind drei Praxisphasen mit insgesamt 1.000 Stunden vorgesehen, im 2., 4. und 6. Semester, in der Versorgung akut psychisch Kranker, in der gerontopsychiatrischen Versorgung und in einem Arbeitsbereich Ihrer Wahl. Ihre Bachelor-Arbeit sollte sich mit einer Fragestellung aus Ihrer letzten Praxisphase befassen.

Sie schließen Ihr Studium mit dem akademischen Grad Bachelor of Science (B.Sc.) ab.

Erfahrungen von Studierenden

"Das Studieren an der Hochschule Fulda ist schön, weil die Stimmung familär ist." - Swetlana Heinrich, Studiengang: Psychiatrische Pflege

"Ich studiere gerne am Fachbereich Pflege & Gesundheit, weil hier tolle Menschen sind und wir wie eine Art "Familie" sind." - Michelle Schneider, Studiengang: Psychiatrische Pflege

Auf einen Blick

  • Abschluss: Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Art des Studiums: Präsenzstudium
  • Zulassungsvoraussetzung: Hochschulzugangs-
    berechtigung, abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf
  • Zulassungsbeschränkung:
    Bitte beachten Sie, dass der Studiengang eingestellt wird und eine Bewerbung nicht mehr möglich ist.
  • Regelstudienzeit: 6 Semester
  • Praxisphasen: Blockpraxisphasen im 2. bis 4. Semester in der vorlesungsfreien Zeit (je 320 Stunden), im 6. Semester semesterbegleitende Praxisphase (360 Stunden)
  • Studienbeginn: -
  • Bewerbungsschluss: keine Bewerbung mehr möglich
  • Studiengangsleitung: Prof. Dr. Johannes Keogh

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