Bericht zur Exkursion nach Dörfles-Esbach am 12.06.2017

Im Rahmen des Moduls 4.3 „Methoden der Sozialen Arbeit: Gruppen- und Sozialraumarbeit“ unternahmen wir eine Exkursion nach Dörfles-Esbach (in der Nähe von Coburg), um die dortige Kinder- und Jugendarbeit kennenzulernen. In der Lehrveranstaltung hatten wir einen Aufsatz von Thorsten Dohnalek bearbeitet, der sich mit der Dokumentation und Reflexion von Raumaneignung Jugendlicher befasst und ein konkretes Beispiel in Dörfles-Esbach beschreibt. Das wollten wir uns genauer anschauen.

Besonders beeindruckend fanden wir es, dass die Soziale Arbeit in einer kleinen Gemeinde wie Dörfles-Esbach mit ca. 3600 EinwohnerInnen so gut aufgestellt ist.

Die dortigen Angebote, wie zum Beispiel der Jugendraum ZAP (zur alten Post), eine Outdoor Ranch oder das Bürgerhaus, bieten vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung für Jung und Alt. Zentraler Gedanke aller Projekte ist dabei immer die aktive Mitbestimmung und -gestaltung durch die EinwohnerInnen.

Im Fokus unserer Besichtigung stand vor allen Dingen der Jugendraum. Dieser wurde von einer Gruppe Jugendlichen mit Unterstützung Torsten Dohnaleks, Sozialarbeiters und Dozent an der Hochschule Coburg, im Sommer 2012 von Grund auf renoviert.

Ausgangspunkt für dieses gelungene Beispiel der aktiven Raumgestaltung war eine Lebensweltanalyse der Jugendlichen in Dörfles-Esbach, welche deren Wunsch nach einem für sie nutzbaren Rückzugsort hervorbrachte. Diesem Wunsch kam die Gemeinde nach, indem sie den Jugendlichen einen ungenutzten Raum anbot, der ihnen nach der Renovierung zur Verfügung stehen sollte. In einem partizipativen Prozess gelang es, den Raum zu gestalten – die Jugendlichen renovierten ihn nach ihren Vorstellungen eigenständig und eigneten ihn sich an. Auch heute noch wird dieser aktiv von den damals beteiligten Jugendlichen genutzt, aber auch jüngeren Kindern bietet er Möglichkeiten der Freizeitgestaltung (spielen, kochen, etc.). An diesem Ort beantwortete uns nicht nur der Sozialarbeiter Dohnalek, sondern auch der dortige Jugendpfleger Matthias Mauer unsere Fragen rund um den Jugendraum, aber auch zu allgemeinen Aspekten der Sozialraumarbeit.

Im Anschluss daran zeigten die beiden uns einen neu entstandenen Spielplatz, der ganz nach den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder und auch der Eltern gestaltet wurde.

Mit dem generationsübergreifenden Bürgerhaus stellte uns Herr Mauer ein weiteres von Partizipation und Empowerment geprägtes Projekt der Gemeinde vor. Dies ist für das kommende Jahr in Planung.

Auf der Outdoor Ranch, welche auch von Herrn Mauer betreut wird, finden Kinder und Jugendliche Möglichkeiten, eigenständig Baumhäuser, Unterstände und Hütten zu bauen. An diesem Ort endete unsere Exkursion mit einem gemeinsamen Grillen.

Besonders positiv haben wir die Zusammenarbeit der kommunalen politischen Gremien und der Jugendpflege wahrgenommen. Beeindruckend fanden wir auch das große Engagement der beiden Sozialarbeiter für die Gemeinde und vor allem für die Kinder und Jugendlichen Dörfles-Esbachs.

Wir danken Torsten Dohnalek und Matthias Mauer für diesen Tag und den vertieften Einblick in ein mögliches Arbeitsgebiet der Sozialen Arbeit auf dem Land!