Wege zur Klimaneutralen Hochschule

08.05.2025

Dr. Niklas Reinfandt berichtete an der Hochschule zur Klimapolitik in Deutschland

Interessante Impulse bei hochschulweiter Nachhaltigkeitsveranstaltung vom 07.05.2025

Am Mittwoch, 07.05.2025, organisierte das Nachhaltigkeitsbüro der Hochschule Fulda eine hochschulweite Veranstaltung anlässlich der Aktualisierung des Klimaschutzkonzeptes von 2021. Die Veranstaltung, die im Rahmen der Zukunftswochen Klima stattfand, lockte über 50 Hochschulangehörige.

Nach einer Begrüßung durch Dr. Anke Günther, Kanzlerin der Hochschule, in deren Ressort der Bereich Nachhaltigkeit liegt, ging es los mit einem Impulsvortrag zur Lage der Klimapolitik in Deutschland. Dr. Niklas Reinfandt, Leiter des Geschäftsfelds Energiepolitik am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe und Mitglied des wissenschaftlichen Stabs des Expertenrats für Klimafragen, gab vertiefte Einblicke in die Entwicklungen des Klimawandels und die Weg Deutschlands zur Erreichung der durch die UN und die EU vorgegebenen Klimaziele. Deutschland sei zwar in vielen Bereichen gut aufgestellt, um die Teilziele bis 2030 zu erreichen. Jedoch gebe es deutlich zu wenige Entwicklungen, die auch ein Erreichen der weiterführenden Klimaziele und damit das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 gewährleisten würden. Einen besonderen Blick warf Reinfandt auf die Rolle der verschiedenen Sektoren in Deutschland – besonders positiv seien die Entwicklungen durch die Energiewirtschaft, wohingegen vor allem in den Bereichen Verkehr, Gebäude und Industrie noch deutlich zu wenig getan werde, um THG-Emissionen zu reduzieren. Auch auf die Rolle der Länder und der Institutionen öffentlicher Hand ging er ein. Hochschulen nehmen eine besondere Rolle ein, da sie zum einen in einer Vorbildfunktion stehen und zeigen können, dass Wandel möglich ist. Zum anderen können sie die benötigten Fachkräfte zur Umsetzung und Weiterentwicklung von Maßnahmen ausbilden.

Im Anschluss an den Vortrag stelle Clarissa Plendl, Beauftragte für Nachhaltigkeit und Leiterin des Nachhaltigkeitsbüros der Hochschule, das bestehende Klimaschutzkonzept und die darin enthaltenen Handlungsfelder und Maßnahmen vor, die auf eine Klimaneutralität gemäß der hessischen Bilanzgrenzen bis 2030 abzielen. Darin habe sich die Hochschule vorgenommen, ihre Klimaziele primär durch Reduktion von Emissionen zu erreichen. Untergeordnet spiele jedoch auch die Substitution, also das Ersetzen fossiler Energieträger durch erneuerbare, eine Rolle. Schließlich sei es dennoch unmöglich, Klimaneutralität bis 2030, das Ziel des Landes Hessen, ohne Kompensationen zu erreichen. Aktuell erarbeite das Nachhaltigkeitsbüro gemeinsam mit dem Gebäudemanagement und in themenspezifisch enger Zusammenarbeit mit weiteren Expert*innen innerhalb der Hochschule eine aktualisierte Version des Konzepts, die bis Ende 2025 verabschiedet werden soll. Nachdem Plendl die Teilnehmenden auf den aktuellen Stand bezüglich des Konzeptes brachte, ging es nach einer kurzen Pause in den zweiten, partizipativen Teil der Veranstaltung. 

Drei zentrale Bereiche aus den Handlungsfeldern des Klimaschutzkonzeptes wurden in jeweils einer Themenecke detaillierter vorgestellt, sodass die Anwesenden die Möglichkeit hatten, einerseits Fragen zu stellen und andererseits auch eigene Anliegen sowie weitere Ideen mit einzubringen. Clarissa Plendl betreute gemeinsam mit Alexander Wiegel vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Hochschule das Themenfeld Mobilität, Gosbert Orschel, Energiebeauftragter, gab gemeinsam mit seiner Kollegin vom Gebäudemanagement, Ann-Christin Helm, Einblicke in die komplexen Bereiche der eigenen Liegenschaften und der Energie. Der dritte Fokus lag auf der Anpassung an den Klimawandel, vertreten durch Lena Fockers vom Nachhaltigkeitsbüro und Julia Halbig vom Public Health Forschungszentrum Fulda (PHZF) der Hochschule. In allen drei Gebieten kam es zu angeregtem Austausch und spannenden Diskussionen. Die Ergebnisse der einzelnen Workshops wurden festgehalten und werden nun ausgewertet und in die weitere Überarbeitung des Klimaschutzkonzeptes einfließen. 

Zum Schluss gaben Plendl, Orschel und Fockers einen kurzen Einblick in die Ergebnisse der Diskussionen. Die Kanzlerin Dr. Günther bedankte sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement und ihre Ideen. 

Über die weiteren Klimaschutzbemühungen und das aktualisierte Konzept wird die Hochschule weiterhin berichten.