Ernährungspsychologie (Zertifikat)

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Ansprechpartnerin

Susanne Strecker

Dr.

Susanne Strecker

Gebäude Hochschulzentrum, Raum 004
Dr. Susanne Strecker +49 661 9640-7413
Bürozeiten:
Mo bis Do 9 – 17 Uhr

Worum geht es?

Die Zunahme ernährungs(mit)bedingter Krankheiten wie Adipositas, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist seit etwa zwei Jahrzehnten auf dem Vormarsch.

Die Praxis der Gesundheits- und Ernährungsberatung hat gezeigt, dass es für die Entwicklung eines langfristigen gesundheitsförderlichen Verhaltens nicht ausreicht, rein naturwissenschaftliche Gesundheits- und Ernährungsempfehlungen zu kommunizieren. Denn diese berücksichtigen die Lebensumstände und Emotionen der Menschen nicht angemessen.

Genau hier setzt die Weiterbildung an: Sie unterstreicht die Wechselwirkungen zwischen Körper, Psyche und sozio-kulturellen Faktoren und zeigt wissenschaftlich fundierte Ansätze und Möglichkeiten auf, wie ernährungsphysiologisches Wissen so kommuniziert werden kann, dass Ernährungsberatung und -bildung langfristig zu mehr gesundheitsförderlichen (Ess-)Verhalten beitragen.

Ihr Profil

  • Sie sind im Bereich der Ernährungs- und Gesundheitsberatung, der klinischen Beratung, des Verbraucherschutzes oder der Prävention tätig
  • Sie haben einen Hochschulabschluss oder einen einschlägigen berufsqualifizierenden Abschluss und mindestens 2 Jahre Berufspraxis
  • Sie möchten fachliches Know-How aufbauen und Ihre eigene Beratungskompetenz reflektieren
  • Sie interessieren sich für eine Weiterbildung auf Hochschulniveau

Ablauf

Die Weiterbildung ist modular aufgebaut und besteht aus fünf Bausteinen. Alle Bausteine sind auch einzeln buchbar.

Die Weiterbildung ist berufsbegleitend. Jeweils zwei Präsenzphasen pro Baustein ergänzen sich mit individuellen Selbststudienzeiten.

Die Präsenzphasen finden jeweils freitags von 14.00 bis 19.00 Uhr und samstags von 9.00 bis 15.00 Uhr statt.

Die Präsenzphasen werden ergänzt durch Studienbriefe und eine elektronische Lernplattform. Fallarbeiten, Übungen und kollegialer Austausch mit anderen Beratungskräften unterstützen die Reflexion der eigenen beruflichen Erfahrungen. 

Übersicht Bausteine und aktuelle Termine

Baustein 1Baustein 2Baustein 3Baustein 4Baustein 5
EssverhaltenErnährungskommunikationPrävention und GesundheitsförderungErnährungsberatungErnährungserziehung und Ernährungsbildung

Termine:
09./10. Sept. 2016 07./08. Okt. 2016

Termine:
11./12. Nov. 2016
09./10. Dez. 2016

Termine:
13./14. Jan. 2017
10./11. Feb. 2017

Termine:
10./11. März 2017
21./22. April 2017
Termine
19./20. Mai 2017
23./24. Juni 2017
Kulturelle, soziale, psychologische und somatische Determinanten des EssverhaltensBewährte Konzepte und neue Methoden der ErnährungskommunikationNeue Wege der Prävention und der GesundheitsförderungErnährungsverhaltenZiele und konzeptionelle Grundlagen von Ernährungsbildung und -erziehung
Ess-Störungen und deren Epidemiologie, Differentialdiagnose und TherapiemöglichkeitenGesprächstechniken und KommunikationsfehlerInterventionskompetenzenVerhaltenstherapeutische ErnährungsberatungFood Literacy
Nonverbale SignaleErstgespräche und Interaktion in GruppenEvaluation von Präventions- und InterventionsmaßnahmenDie Berater-Klient-Beziehung
Gruppenberatung

Inhalte

 Inhalte

Baustein 1EssverhaltenTermine: 09.-10.09.2016 und 07.-08.10.2016
Gesundes Essverhalten zu fördern ist nur möglich, wenn klar ist, welche Faktoren Essverhalten beeinflussen. Dazu zählen genetische und somatische, kulturelle, soziale und psychologische Faktoren. Vor allem die sozio-kulturellen und psychologischen Determinanten lassen sich im Rahmen von Interventionen modifizieren. Sie lernen, das Zusammenspiel aller auf das Essverhalten einwirkenden Faktoren personenbezogen zu analysieren und zielgruppen- oder individiuumsspezifische Interventionen zu planen und umzusetzen. Neben Nahrungsaufnahme zum Erhalt des körperlichen Wohlbefindens hat Essen in vielfacher Hinsicht kompensatorische Funktionen, die nicht selten in einer Essstörung münden. Sie lernen verschiedene Behandlungsformen von Essstörungen und Präventionsansätze zur Stärkung des "psychosozialen Immunsystems" kennen. Und Sie können die Rolle der Ernährungsberatung bei der Behandlung von Menschen mit Essstörungen einschätzen.
DozentenProf. Dr. Christoph Klotter und Barbara Heun
Baustein 2ErnährungskommunikationTermine: 11.-12.11.2016 und 09.-10.12.2016
Was macht gelungene Kommunikation in der Ernährungsberatung oder in anderen Gesundheitsberufen aus? In Beratungssituationen treten Berater und Klient miteinander in Interaktion und nehmen Beziehung zueinander auf. Neben dem Gesprochenen wirken nonverbale Anteile und bewusste und unbewusste Ebenen auf den Gesprächsverlauf und damit auf das Gesprächsergebnis ein. Dabei ist die Beziehung zwischen den Gesprächspartnern von besonderer Bedeutung. Sie lernen, wie Sie als Beraterin oder Berater in der Praxis diese Beziehung analysieren und das Beziehungsgefälle zwischen Ihnen und Ihren Klienten mildern können. Sie kennen Kommunikationsfehler und Wege, diese zu vermeiden. Sie sind sich Ihrer Körpersprache und Ihres Raumverhaltens bewusst und wissen um die spezifischen Anforderungen der Interaktion in und mit Gruppen. Praxisnahe Übungen wie Rollenspiele, Statements vor der Gruppe und Übungen zum Raumverhalten sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Bausteins.
DozentenProf. Dr. Matthias Elzer, Prof. Dr. Armin Poggendorf und Wolfram Trautmann
Baustein 3Prävention und GesundheitsförderungTermine: 13.-14.01.2017 und 10.-11.02.2017
Prävention und Gesundheitsförderung sind in aller Munde, wenn es um aktuelle ernährungsbezogene Gesundheitsprobleme wie z. B. Bluthochdruck oder Jodmangel geht. Prävention und Gesundheitsförderung werden häufig synonym verstanden - tatsächlich verbergen sich hinter diesen Begriffen unterschiedliche Konzepte zu Geundsheitsförderung einerseits und Prävention andererseits. Sie lernen die jeweils wichtigsten Konzepte kennen und können ihre Vor- und Nachteile beurteilen. Sie wissen, nach welchen Kriterien Sie einen Präventions- oder Gesundheitsförderungsansatz für ein gegebenes Problem auswählen und wie Sie ihn in der Praxis umsetzen und evaluieren. Um evidenzbasiert vorgehen zu können, erwerben Sie Orientierungswissen zur Auswertung und Interpretation von - auch sich scheinbar wiedersprechenden - Studienergebnissen. Dieses Wissen unterstützt Sie auch in der Kommunikation mit Klienten, die durch vordergründig widersprüchliche Meldungen zu zu Ernährungsthemen so verunsichert sind, dass gesundheitsförderliches Verhalten nur halbherzig oder gar nicht entwickelt wird.
DozentenProf. Dr. Anja Kroke und Dr. Anke Günther
Baustein 4ErnährungsberatungTermine: 10.-11.03.2017 und 21.-22.04.2017
Ernährungsberatung ist ein helfendes Gespräch zwischen Berater und Klient mit dem Ziel, ungünstiges Ernährungsverhalten langfristig zu ändern. Ernährungsberatung informiert und erarbeitet gemeinsam mit dem Klienten individuelle Ansätze und Möglichkeiten zur Umsetzung der Beratungsinhalte in ihren jeweiligen Alltag. Bewährte sozialpsychologische Beratungsmodelle tragen dazu bei, dass die Umsetzung dauerhaft gelingen kann. Stellvertretend lernen Sie die klientenzentrierte Beratung und verhaltenstherapeutische Ansätze kennen. Weitere Themen sind der Umgang mit sogenannten "schwierigen" Klienten und Balint-Gruppen. Da Ernährungsberatung häufig in Gruppensettings stattfindet, beleuchtet Baustein 4 auch die spezifischen Herausforderungen an Gruppenberatung und die Moderation von Gruppen. Insgesamt werden Sie in die Lage versetzt, Beratungssituationen gestalten, reflektieren und Ihre eigene Rolle als Berater analysieren zu können.
DozentenProf. Dr. Matthias Elzer, Dr. Vivien Faustin, Wolfram Trautmann und Marcus Böck
Baustein 5Ernährungserziehung und ErnährungsbildungTermine: 19.-20.05.2017 und 23.-24.06.2017
Traditionelle Ernährungserziehung hatte viele Jahre ihren festen Platz. Gut gemeint und pädagogisch begründet ging man davon aus, dass die Weitergabe von klassischem Ernährungswissen und klaren Vorgaben, was gut und gesund sei, zu verändertem Ess- und Ernährungsverhalten führen würde. Bei keiner der Zielgruppen, auch nicht bei Erwachsenen, hatte das jedoch den gewünschten Erfolg. Ernährungsbildung als modernes emanzipatorisch-pädagogisches Konzept geht hingegen von einem selbstbestimmten Verständnis von Gesundheit aus und zielt auf die Bildung eines bewussten und selbstentscheidenden Ernährungsverhaltens ab. In Baustein 5 befassen Sie sich ausführlich mit den Bildungszielen Empowerment, Verantwortungsbewusstsein und genussvolle Gestaltung des Ernährungsalltags. Sie werden in die Lage versetzt, den Aufbau von Ernährungskompetenz in unterschiedlichen Zielgruppen beratend und unterstützend zu begleiten.
DozentenProf. Dr. Christoph Klotter, Barbara Heun und Wolfram Trautmann

Abschluss

Hochschulzertifikat "Ernährungspsychologie"

Das Studienprogramm schließt mit dem Zertifikat "Ernährungspsychologie" der Hochschule Fulda ab (10 ECTS).

Fortbildungspunkte

QUETHEB registrierte Fachkräfte erwerben pro Baustein je 5 Punkte im Modul Methodik / Didaktik / Psychologie.

Dozententeam

Unser Dozententeam ist praxiserfahren und interdisziplinär aufgestellt:

  • Dipl.- Psychologe Marcus Böck, psychologischer Psychotherapeut mit langjähriger Erfahrung in der medizinischen Rehabilitation bei Ernährungsproblemen und Adipositas
  • Prof. Dr. med. Matthias Elzer, Professor für Sozialpsychiatrie, Psychotherapie und Beratung. Seine Lehrgebiete sind Psychologie, Psychiatrie, Psychosomatik sowie Kommunikation, Moderation und Supervision
  • Dr. oec. troph. Vivien Faustin, Ernährungsberaterin (VDOe) mit Schwerpunkt Ernährungspsychologie und Adipositastherapie
  • Dr. oec. troph. Anke Günther, lehrt in den Studiengängen des Fachbereichs Oecotrophologie. Ihre Forschungsinteressen umfassen frühkindliche Einflussfaktoren auf Adipositas und chronische Erkrankungen sowie die Herleitung und Bedeutung von Ernährungsmustern
  • Dipl.-Sozialarbeiterin Barbara Heun, Supervisorin (DGSv) mit dem Arbeitsschwerpunkt psychosoziale Beratung im Kontext von Pränataldiagnostik und langjähriger freiberufliche Tätigkeit im Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen. Ihre Schwerpunkte sind Ernährungsgesundheit im Kontext eines gemeinwesenbezogenen Ansatzes und der Bereich Essstörungen und geistige Behinderung
  • Prof. Dr. habil. Christoph Klotter, Psychologe und wissenschaftlicher Leiter des Studienprogramms Ernährungspsychologie
  • Prof. Dr. habil. Anja Kroke, Medizinerin mit den Fachgebieten Ernährungsepidemiologie, Prävention durch Ernährung und Präventionsstrategien
  • Prof. Dr. Armin Poggendorf, Betriebswirt und Pädagoge
  • Dipl. oec. troph., M. H. Edu. Wolfram Trautmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter für die sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Lehrgebiete des Fachbereichs Oecotrophologie

Wiss. Leitung

Prof. Dr. Christoph Klotter
Psychologe mit Schwerpunkt in Forschung und Lehre auf Gesundheits- und Ernährungspsychologie.

Nächster Starttermin

09. September 2016

Teilnahmeentgelt

  • Zertifikat: 2.375 € 
  • Je Einzelbaustein: 530,00 €
    (475,00 € für Alumni der Hochschule Fulda)