Fachtagung "Schuldnerberatung in der sozialen Arbeit"

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Wissenschaftliche Weiterbildung "Schuldnerberatung" 2007-2017

Perspektiven auf das Verbraucherinsolvenzverfahren – Plädoyer für einen neuen Schuldenbegriff

Rückblick auf Jubiläumsfeier und Fachtagung

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der wissenschaftlichen Weiterbildung „Schuldnerberatung“ hat das ZWW zu einer Fachtagung und Jubiläumsfeier eingeladen. Über 70 Teilnehmende diskutierten am 3. November 2017 aktuelle Fragen und Probleme der sozialen Schuldnerberatung.

Guido Stephan, Insolvenzrichter a.D. und Vorsitzender der Stephans-Kommission, plädierte in seinem Hauptvortrag für die Aufwertung der sozialen Schuldnerberatung durch eine strukturelle Verankerung im Verbraucherinsolvenzverfahren, um neben juristischer Begleitung  auf Prävention und die Vermeidung von Rückfallrisiken setzen zu können – denn rund die Hälfte der überschuldeten Privatpersonen in Deutschland ist auch nach Abschluss eines Verbraucherinsolvenzverfahrens stark von erneuter Überschuldung und damit einhergehender wirtschaftlicher und sozialer Exklusion bedroht. Die Gründe hierfür seien vielschichtig und nicht allein durch Arbeitslosigkeit, gescheiterte Selbständigkeit oder Scheidung/Trennung zu erklären. Es gelte, auch nach der Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens differenzierte Hilfsangebote bereit zu stellen, um den „Drehtüreffekt“ – raus aus den alten Schulden, hinein in neue Schulden – zu vermeiden. Unabdingbare Voraussetzung hierfür sei die langfristige und verlässliche Finanzierung von sozialen Schuldnerberatungsstellen, die Überprüfung der Länge der Wohlverhaltensperiode und das Hinterfragen des Begriffs „redlicher Schuldner“ in der öffentlichen Debatte um das Verbraucherinsolvenzverfahren.

In anschließenden Workshops befassten sich die Teilnehmenden mit der - oft fragilen - Finanzierung von sozialen Schuldnerberatungsstellen, erörterten Probleme aus der Beratungspraxis im Umgang mit dem Pfändungskonto (P-Konto) und vertieften die Frage, welche Personengruppen berechtigt sind, Schuldnerberatung leisten zu dürfen.

Prof. Dr. Sabine Pfeffer, wissenschaftliche Leiterin der Weiterbildung Schuldnerberatung, zeigte sich mit dem Verlauf sehr zufrieden: „Ich bin froh, dass das Thema Armut und Schulden einen festen Platz in den Curricula der Hochschule Fulda gefunden hat. Für die sozial- und gesellschaftspolitischen Debatten in Deutschland wünsche ich mir, dass die gesellschaftlichen Zusammenhänge für die Entstehung von Armut auch in der Diskussion um Schuldnerberatung verstärkt berücksichtigt werden“.

Das Programm 2017

3. November 2017, Gebäude 20, Raum N010

10.00 Uhr - Begrüßung

10.15 Uhr - Festrede von Guido Stephan, Insolvenzrichter a.D., Vorsitzender der „Stephan-Kommission", Thema: "Der redliche Schuldner".

Danach parallel laufende Workshops

  • "Das Pfändungskonto in der Praxis", Prof. Dr. jur. Carsten Homann, Hochschule Rhein Main
  • „Wer bezahlt, bestellt?" Finanzierung der Schuldnerberatungsstellen und die Auswirkung auf die Beratung,  Michael Franke, Diakonisches Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau, Vorstand LAG Schuldnerberatung Hessen
  • „Schuldnerberatung – wer darf das eigentlich?“ , Christian Maltry, Schuldnerberatung, Landratsamt Main-Spessart

Anschließend Zusammenfassung, Ausblick, Gespräche bei Fingerfood und Getränken.

14.00 Uhr - Ende

Fachtagung 2018 in Vorbereitung

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katrin.junker(at)verw.hs-fulda.de

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16. November 2018
Fachtagung "Schuldnerberatung" auf dem Hochschulcampus.