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Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir überreicht Förderbescheid

23.08.2016

Übergabe des Förderbescheids: v.l. Prof. Dr. Steven Lambeck, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, Gesamtprojektleiter Prof. Dr. Boris Zimmermann, technischer Projektleiter Prof. Dr. Wolfgang Geuer und Praxispartner Markus Bappert, Geschäftsführer Meyer Logistik, vor dem E-LKW, den die Spedition Meyer Logistik im Rahmen des Forschungsprojekts einsetzt.

(v.l.) Gesamtprojektleiter Prof. Dr. Boris Zimmermann, Praxispartner Markus Bappert, Geschäftsführer Meyer Logistik, und technischer Projektleiter Prof. Dr. Wolfgang Geuer beim Blick in den Motorraum des E-LKW. Das Fahrzeug ist im Rahmen des Forschungsprojekts für die Spedition Meyer Logistik (Friedrichsdorf) im Einsatz.

Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt will den Einsatz von E-LKW rentabel machen und so dazu beitragen, dass die Luft in den Innenstädten sauberer wird - trotz zunehmenden Lieferverkehrs.

Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hat am Mittwoch im Rahmen seiner diesjährigen Sommerreise die Hochschule Fulda besucht. Im Gepäck hatte der Minister den Förderbescheid für das Forschungsprojekt „Elektromobilität von schweren E-LKW“. Das Projekt untersucht bundesweit erstmalig, unter welchen logistischen und technischen Rahmenbedingungen der Einsatz von E-LKW mit einem Gesamtgewicht bis zu 18 Tonnen für Speditionen wirtschaftlich ist. Denn Transportunternehmen werden vor allem dann einen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten, wenn sich der Einsatz von E-LKW im Vergleich zu den konventionellen Fahrzeugen finanziell rentiert.

Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung fördert das Projekt mit 295.300 Euro. „Hessen soll seinen Energiebedarf im Jahr 2050 vollständig aus erneuerbaren Quellen decken. Die Elektromobilität kann dazu einen großen Beitrag leisten“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir bei der Übergabe des Förderbescheids. „Gerade der innerstädtische Lieferverkehr mit seinen festen Routen von vorausberechenbarer Länge bietet sich für E-Nutzfahrzeuge an. Doch dieses Potenzial ist bislang kaum betrachtet worden. Deshalb ist das Vorhaben der Hochschule Fulda so spannend.“

Prof. Dr. Steven Lambeck, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung, betonte: „Durch die Zusammenarbeit eines technischen und eine nichttechnischen Fachbereichs ist das Projekt ein hervorragendes Beispiel für den von uns angestrebten interdisziplinären Charakter der Forschung an der Hochschule Fulda. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich die Forschungslandschaft an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften rasant entwickle, insbesondere in Hessen, wo das Promotionsrecht an forschungsstarke Bereiche verliehen werde.

Mit dem Forschungsprojekt „Elektromobilität von schweren E-LKW“ wollen Wissenschaftler aus den Fachbereichen Wirtschaft sowie Elektrotechnik und Informationstechnik gemeinsam zeigen, dass durch technische Optimierung sowie Verbesserung des Fahrverhaltens und der Tourenplanung die Wirtschaftlichkeit des E-LKW gegeben ist. Dabei arbeiten die Forscher so praxisnah wie möglich. „Wenn alle Ergebnisse vorliegen, werden wir mit den Praxispartnern Wege diskutieren, den im Projekt eingesetzten E-LKW tatsächlich zu übernehmen bzw. besprechen, ob eigene Fahrzeuge angeschafft werden sollen“, sagte Logistikexperte Prof. Dr. Boris Zimmermann, der das Forschungsprojekt an der Hochschule Fulda leitet. „Wir wollen einen Beitrag leisten, die E-Mobilität attraktiver zu machen.“ Ende 2018 sollen die Projektergebnisse vorliegen. Dann werden Speditionen mit Hilfe eines in der Studie entwickelten Kalkulationsschemas – auch ohne Praxistest – grob berechnen können, ob es Potenzial für einen E-LKW in ihrem Fuhrpark gibt.

Hintergrund:
Ein effizienter Einsatz von E-LKW ist umso dringlicher, als der Internethandel stetig wächst und mit ihm auch der Verkehr in den Innenstädten. Vor allem der Stückgutverkehr ab 30 kg nimmt zu, weil immer mehr Menschen Möbel und Elektrogeräte im Netz bestellen. Die Folgen sind: mehr CO2- und Stickoxid-Emissionen, mehr Feinstaub, mehr Lärm. Städte wie Amsterdam, London oder Paris haben bereits Stadtgebiete für Verbrennungsmotoren gesperrt. In den großen Metropolregionen sind neue Konzepte für den städtischen Transport zwingend erforderlich – auch in Deutschland.

„E-LKW stoßen etwa 25% weniger CO2 aus, keine Stickoxide, keinen Feinstaub und verursachen zudem deutlich weniger Lärm. Doch bislang gibt es keine praxisgerechte Kalkulationsbasis für den Einsatz von schweren E-LKW im Stückgutmarkt“, erläuterte Zimmermann. Ebenso fehle es an Ansätzen, wie sich die Batterien in diesen Fahrzeugen verwerten lassen.

In Hessen sind im Verteil- und Stückgutverkehr rund 3000 LKW mit bis zu 18 Tonnen Gesamtgewicht eingesetzt. Würden die Studienergebnisse dazu führen, dass alle hessischen Stückgutunternehmen 5 bis 20% ihrer Fahrzeuge durch E-LKW ersetzen, könnten damit die CO2-Emissionen in Hessen im Straßengüterverkehr um 0,1 bis 0,5 % gesenkt werden.

Praxispartner
Ludwig Meyer GmbH & Co. KG (Friedrichsdorf)
Zufall GmbH & Co. KG (Fulda)
Spedition Heidelmann GmbH (Schwalmstadt)
DB Schenker AG (Kelsterbach)

Kontakt

Boris Zimmermann

Prof. Dr.

Boris Zimmermann

Allgemeine BWL, insbesondere Logistik

Gebäude 34, Raum 307
Prof. Dr. Boris Zimmermann +49 661 9640-2555
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